Pfungen 31. Mai 2026
Dreifaltigkeitssonntag im Jahreskreis A, Pfungen 31. Mai 2026
Gott liebt die Welt und sendet seinen Sohn, damit er die Welt rettet (Jon 3,16)
Liebe Mitchristen,
Es mag uns erstaunen, dass wir gerade vorige Woche das Pfingstfest gefeiert haben und eine Woche danach redet man von der Dreifaltigkeit! An sich soll es uns nicht wundern, dass dieses Jahr, im Jahreskreis A, Johannes am Zug ist und redet, wie kann es anders sein, von Gott, der die Welt so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn sendet, damit er nicht die Welt richtet, sondern wer an ihn glaubt, gerettet wird. Christen glauben, dass Jesus, der Sohn Gottes, kein zweiter Gott ist, neben Gott dem Vater, sondern dass Jesus mit seinem Vater eins ist. Was wir heute und immer von Johannes hören ist, dass Gott die Liebe ist (1. Jon 4-,16). Liebe kann nicht allein sein. Liebe muss in anderen zum Ausdruck kommen. Das bedeutet, dass Gott kein einsamer Herrscher ist. Gott lebt in Gemeinschaft von Vater, Sohn und dem Heiligen Geist.
Johannes möchte seine Leser zu der Erkenntnis führen, dass Jesus der Einzige ist, der von Gott Kunde gebracht hat, weil er Gott ist und am Herzen des Vaters rührt (Jon 1,18). Von Johannes lernen wir, dass Jesus der Sohn Gottes ist und mit dem Vater eins ist. Lasst uns zum Anfang des Johannesprologs zurückgehen. So ist Jesus das Wort, das am Anfang mit Gott war. Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Die Menschwerdung Gottes unter den Menschen zeichnet zuerst die von Johannes erwähnte Liebe und Gemeinschaft des Vaters mit dem Sohn, welche bis zum Kreuz führt. Dort hat Jesus den Höchstpreis der Liebe bezahlt, um die Menschen mit seinem Vater zu versöhnen.
Was wir heute im Evangelium hören, ist eigentlich das Gespräch zwischen Jesus und dem Pharisäer Nikodemus. Es sind schwierige Themen darin enthalten, welche aber den Heilsplan Gottes für die Menschen formuliert, nämlich nicht der Tod des Menschen, sondern dass er gerettet wird. In Vers 16 heisst es, dass Gott unbedingt das Heil und Ewiges Leben der Menschen will. Aus Liebe sendet er seinen Sohn in die Welt. Was die Menschen nur tun sollen und ihr Beitrag zur Rettung, ist der Glaube an den einzigen Sohn Gottes, Jesus Christus. Dies bedeutet, auch wenn Gott die Liebe ist und in der Gemeinschaft lebt, zwingt er uns trotzdem nicht, an ihn zu glauben. Er lässt uns die Freiheit, diesen Glauben anzunehmen, sich auf seine Liebe einzulassen, oder diese abzulehnen. Das Ablehnen des Angebots Gottes bedeutet Tod und Gericht. Wer aktiv die Liebe Gottes und seinem Sohn verweigert, der hat sich selber gerichtet. Solche Menschen schneiden sich selber vom erfüllten Leben ab.
Um die Dreifaltigkeit zu verdeutlichen hat Ruth Pfau, die 2017 verstorbene Ordensschwester und Lepraärztin, in einem Gespräch mit einem Muslim gesagt: «Wenn… Gott nicht nur die Liebe hat, sondern die Liebe ist und wenn die Liebe notwendig nicht selbst gezogen, sondern dialogisch ist, dann muss es in Gott selber Dialog geben. Das ist es, was wir stammelnd als Trinitätslehre auszudrücken versuchen». Man kann die Dreifaltigkeit in den Bildern von Sonne und Licht versuchen zu erklären. Der Sohn geht aus dem Vater hervor, wie das Licht aus der Sonne und der Heilige Geist ist die Wirkung, die aus der göttlichen Sonne hervorgeht. Die spätere Theologie spricht von drei göttlichen Personen, die aber nur ein einziges Wesen sind. Gott ruht also nicht einsam in sich, er ist in sich selbst Beziehung und Gemeinschaft.
Der Glaube an die Trinität ist deshalb kein Schreibtisch kluger Theologie, auch nicht aus spekulativer Theologie entstanden, sondern viel mehr aus der tiefen Erfahrung und der Nähe Gottes zu Jesus durch den Heiligen Geist. Wir erfahren am Pentecost auch die bleibende Nähe Gottes im Heiligen Geist, welche die Kirche durch die Pilgerschaft führen wird. Die Trinitätslehre zeigt die Liebe Gottes und dass Gott immer mit uns geht, jetzt und bis in alle Ewigkeit… Amen.