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Aschermittwoch im Jahreskreis A,

Pfungen 18. Februar 2026

Aschermittwoch im Jahreskreis A, Pfungen 18. Februar 2026

…und dein Vater der, der alles Verborgene sieht, wird es dir vergelten (Mt6, 4)

Liebe Mitchristen,

Neuerlich traf ich einen Mann, der seine Frau voriges Jahr verloren hat. Die Beerdigung war schon schwierig, da man ihm unterstellt hat, er hätte seine Frau vernachlässigt. Nach der Beerdigung beschloss er, sich als Zeichen seiner Trauer und Verbundenheit mit seiner Frau, seine Haare wild wachsen zu lassen. Also nicht mehr zu pflegen und zu schneiden. Dies hat den Effekt, dass er sehr ungepflegt aussieht, fast wie ein wildes Tier und manche Menschen haben sogar Mühe, ihn zu erkennen. Man muss näher kommen, um zu realisieren, es handelt sich um ihn. Zwar war dies früher eine afrikanische Tradition gewesen, aber nun fragt man sich, ob dies heute noch gilt! Dazu stellt sich die Frage, ob dieses äussere Ungepflegt sein, wirklich seiner inneren Haltung entspricht? Das wissen wir nicht, denn wir sehen nicht in die Herzen des Menschen, nur Gott sieht das Verborgene.

Nach dem ausgelassenen Feiern und Treiben von Karnevalgesellschaften in der katholischen Gegend, ist mit dem Aschermittwoch die Ruhe zurückgekehrt. Heute beginnen wir die 40 Tage der österlichen Busszeit. In den kommenden 40 Tagen bereiten wir uns auf Ostern vor. Asche, die wir heute auf der Stirn aufgelegt bekommen, ist ein Symbol der Vergänglichkeit, der Trauer und der Buße. Sie erinnert uns daran, dass nichts bleiben wird, sondern viele Dinge und was lebt, seine Grenze und ein Ende hat. So heisst es heute, «Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub und Asche zurückkehren wirst». Dabei sollen wir uns bekehren, umkehren und an das Evangelium glauben.

Wie soll dieses Umkehren aussehen? Das hören wir im Matthäusevangelium von heute. Es sind drei äussere Zeichen der Umkehr, nämlich Fasten, Beten und Almosen geben. Diese drei Übungen sollen uns in der Tiefe und Nähe zu Gott führen. An sich hören wir diese Lesung fast jedes Jahr am Aschemittwoch. Man könnte meinen, es handelt sich um eine spirituelle Übung, welche man nur in der Fastenzeit tätigen soll, dabei gelten sie immer. In der Fastenzeit werden wir nur daran erinnert, dies auf besondere Weise zu praktizieren ist. Wir werden eingeladen in die Tiefe zu gehen, zum Verborgenen und umzukehren. Dadurch kommen wir dem Reich Gottes näher und sollen somit Gott in allen Dingen suchen. Wir werden eingeladen, unsere Gedenken zu ändern und somit unsere Haltung und unser Verhalten. Gott ist verborgen, nicht nur am Altar, im Tabernakel, in Wort und Schrift des Evangeliums, sondern auch in den Fremden, denen du begegnest, in dem Bettler auf der Strasse, in Ausländern, denen die Abschiebung droht, in Andersgläubigen, sogar in deinem sogenannten Feind! Darum fordert er uns auf «Tut denen Gutes, die euch hassen». Gott ist auch in deinem Herzen, im Thronsaal deiner Seele, verborgen.

In der Fastenzeit werden wir eingeladen, die mit Wohlstand gefüllten Hände wieder leeren zu lassen und den Hunger nach Gottesnähe zu entdecken. Almosen geben soll eine Übung sein, dass du das Verborgene im Nächsten entdeckst. Lerne zu teilen ohne selbstsüchtige Motive, ohne Medienruhm oder dein Almosen geben heraus zu posaunen, sondern lassen wir Gott, der in der Verborgenen ist, dies uns vergelten! Natürlich tut es uns gut, wenn alle davon wissen und uns loben. Vielleicht tut es unserem Ego gut, doch Gott will es heute anders. Schweigt mal über euer Almosen geben. Dein Gebet soll eine Übung sein, dass der Verborgene zu dir sprechen kann, deswegen plappere nicht rum, sondern sei einfach mal still, sei gegenwärtig, sei einfach in deinen Formulierungen.

Jesus kritisiert die äussere Religiosität, eine Art zur Schaustellen, eine Art Maske, welche das Innere nicht erreicht. Für ihn ist so etwas nur verlogen und hohl, oder gar um sich von anderen erhaben zu fühlen. Die Fastenzeit lädt uns ein zum bewussten Verzicht, zur Disziplin und umzukehren zu dem Herrn. Fragen wir uns in dieser Fastenzeit, wo kann ich mein Verhalten ändern in Bezug auf soziale Medien, Essen, Trinken, Alkohol, Geschwätz und negative Reden über andere, damit ich zu mir selbst, zu Gott, den Nächsten, gelangen kann, durch Umkehr. Gott schenke uns die Kraft und die Gnade dazu… Amen.


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