Pfungen 19. Juli 2026
16. Sonntag im Jahreskreis A, Pfungen 19. Juli 2026
Lass beides wachsen bis zur Ernte (Mt 13,30)
Liebe Mitchristen,
Die heutige Predigt wird nach dem Gedanken von Natalie Giesen durchgeführt. Sie stellt fest, dass es in den letzten Jahren ein Trend zu beobachten ist, nämlich eine neue Art Pflanzen zu sähen. Es sind Seedballs und Samen Kugeln, welche sich als Alternative anbieten, um in der Betonwüste der Stadt für mehr grün zu sorgen. Oft sind es robuste Pflanzen und Blumen, die sich mit nährstoffarmen Böden und wenig Wasser auskommen. Manchmal wird bewusste sogenannten „Unkraut“ oder Wildblumenmischung gesät, welche eine Art Biodiversität und die Insekten und Vögel mit ihren Früchten, Blüte und Körnen als Futter dienen. Hier findet man Schmetterlinge und Bienen, die zur Grünen Landschaft sorgen. So stellt sich nun der Frage, was ist wirklich Unkraut und was sind gute Samen?
So begegnet uns in dem Gleichnis von Unkraut und Weizen in dem heutigen Evangelium die Frage nach dem was gut und schlecht ist? Es darf festgestellt werden das die Anweisung in diesem heutigen Gleichnis von Unkraut und Weizen keine allgemeingültige Regel für die Landwirtschaft genommen wird. Gleichnisse sind Geschichte, die das Reich Gottes erklären und verdeutlichen. Sie helfen mit Bildern aus dem Alltag, dem Verborgenen in Stück weit zu nähern, es besser zu begreifen und zeigen eine Möglichkeit auf, wie ein Leben mit Gott gestaltet werden kann.
Unsre Geschichte heute erzählt, wie der Gutsherr gute Samen wie Weizen auf sein Feld gesät hat. Später entdecken seine Knechte Unkraut auf dem Feld und sie fragten woher das Unkraut gekommen sind und was sie dagegen unternehmen können. Verständlich wollen sie direkt das Unkraut ausreißen. Vielleicht damit sie dem Weizen keinen Nährstoff und Wasser rauben können. Entgegen der Wildblumen Betten geht es hier um eine Lebensgrundlage und Nahrungsmittel für den Menschen. Auch wenn der Feind oder Teufel das Unkraut unter den Weizen gesät hat, trotzdem empfiehl der Gutsherr bis zur Ernte beide Unkräuter und Weizen wachsen zu lassen, damit beim Ausreißen von Unkraut auch keinen Weizen mitgerissen werden. Erst bei der Ernte sollen sie das Gute behalten und dem Unkraut zusammenbinden und verbrennen.
Die tiefe Gelassenheit und Klugheit des Gutsherrn sind bewundernswert. Er weiß, dass das Schlechter gibt und sogar wer es ausgesät hat, vielleicht auch dass es unmöglich ist, nur die Weizen auf dem Feld zu haben! Immer wieder werden auch Unkraut dazu entstehen. Man kann dies nicht verhindern! Gutes und Schlechtes gibt es in jedem Menschen und in jeder Gesellschaft. Oft liegt beides – wie im Feld nähe bei einander und ist eng mit einander verwurzelt.
Was nehmen wir aus der Erzählung nach Hause mit? Das Verhalten des Gutsherrn zeigen mir: Ungeduld und voreiliges Urteil führen oft nicht zu guten Ergebnis. Manchmal kann etwas, dass wir als Unkraut erscheint doch nützlich für etwas anders sein. Vielleicht kann aus Unkraut gute Früchte entstehen oder es entwickelt sich zu etwas Gutes. So stelle sich die Frage, wo urteile ich zu schnell über anderen und über mich? Wo lasse ich den Menschen keine zweite Chance zu? Zum Mitnehmen ist auch die Tatsachen dass ich alleine die Dinge nicht beseitigen kann und zwar dass was mir nicht gefällt oder dich ich für Schlecht halte.
Eine Wortwörtliche Annahme des Gleichnisses kann auch zu christlichem Fatalismus führen. Wann ist Abwehr richtig und wann ist das Eingreifen notwendig? Bestimmt wird uns den Hinweis von Eile Wiesel als Orientierung dienen. Er schreibt „Wenn ihr nicht wisst, ob euer Tun richtig ist, so fragt euch, ob ihr dadurch den Menschen näher kommt. Ist das nicht der Fall, dann wechseln schleunigst die Richtung, denn was euch den Menschen nicht näher bringt, das entfernt euch von Gott“ So ist wachsam, den geist prüfen und was den Menschen dient. Dazu Geduld, barmherzig und voller Vertrauen, das mit Gott dies gelingen wird…Amen.