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18. Sonntag im Jahreskreis A,

Pfungen 2. August 2026

18. Sonntag im Jahreskreis A, Pfungen 2. August 2026

Schick doch die Menschen weg… (Mt 14,15)

Liebe Mitchristen,

Schick sie doch weg, wir können nicht alle aufnehmen und das Boot ist voll! Sie sollen dorthin zurückgehen, woher sie gekommen sind. Schick sie zum Amt oder zur Beratung – ich habe selbst genügend Probleme. Schick sie zu den professionellen Helferinnen – das ist nicht meine Aufgabe. Es mag sein, dass wir solche Sätze sagen, wenn wir uns überfordert fühlen. Manchmal auch, weil uns die Nöte der anderen zu nahe kommen. Durchaus weil wir meinen, wir können die Situation selbst eh nicht ändern. Besonders von der Politik wird dieser Satz sehr oft gebraucht und propergiert. Selbst hier, in der Schweiz, sind es Ausländer, welche der Grund und die Ursache unserer Probleme sind. Man gewinnt oft den Eindruck, als wäre es das Paradies, gäbe es die Ausländer nicht!

Schick sie weg, so hören auch wir im heutigen Evangelium. Es wurde sehr schön vernünftig begründet und erklärt, nämlich – es ist spät geworden, sie sind müde, der Ort ist einsam und die Menge ist gross. Schick sie weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich selbst etwas zu essen kaufen! Das ist doch vernünftig und realistisch! Eigentlich wollten die Jünger Jesu sich diese Aufgabe nicht aufbürden, sondern schnell abgeben und zwar in höflicher  Art und Weise. Sie stellen fest, das was sie haben, nur fünf Brote und zwei Fische, würde nicht für alle reichen. Die Reaktion Jesu ändert den Blick, denn Jesus sieht nicht die Probleme, die Überforderung und vielleicht die Ängste, sondern die Menschen, die Hungrigen, die Müden, die Suchenden.

So seine Haltung. Gebt ihnen zu essen, denn wenn wir das Teilen, was wir haben, wird es für alle reichen! Jesus nimmt die fünf Brote und die zwei Fische, sprach ein Dankgebet, brach das Brot und lässt alles austeilen. Es reicht für alle und es blieb sogar noch viel übrig. Das Wunder der Brotvermehrung begann nicht erst dort, sondern es beginnt dort, wo Menschen aufhören zu repetieren – Schick sie weg! Das Wunder beginnt dort, wo Menschen anfangen zu sagen – Vielleicht reicht es doch, wenn wir teilen. Heute ruft uns Jesus genauso zu: Gebt ihr ihnen zu essen! Er sagt uns nicht: wartet, bis jemand anders hilft, oder es ist doch nur ein Tropfen auf den heissen Stein, sondern tut, was ihr könnt, auch wenn es wenig scheint.

Was kann das konkret bedeuten? Es kann nur ein freundliches Wort sein, eine offene Tür, eine helfende Hand, ein bisschen Zeit, ein Ohr für jemanden, der allein ist. Vielleicht ist es schon ein Beitrag, wenn man mit den Lebensmitteln und Ressourcen besser umgeht. In manchen Gemeinden haben manche Menschen gewisse Initiative ergriffen und etwas für die Menschen als eine Art Projekt ins Leben gerufen. Eine Stunde Zeit für jemanden zu haben, für Gespräche, oder um Kleinigkeiten für Menschen zu erledigen, die nicht mehr aus dem Haus kommen. Vielleicht möchte man einige Besorgungen für jemanden tätigen, eine offene Kaffee-Stube, wo Menschen sich begegnen und austauschen können. Eine Lebensmittelbörse, wo Menschen mit kleinerem Geldbeutel für wenig Geld einkaufen können. Wir haben schon manche wie Tischlein deck dich oder andere bei der Heilsarmee, bei Caritas und so weiter.

Das heutige Evangelium sagt uns, wenn wir unser Weniges geben, dann wirkt Gott schon Wunder in uns. Wenn wir achtsam mit dem umgehen, was wir haben, reicht es weiter als wir je gedacht haben. Heute ist es auch eine Zusage Gottes, dort wo Menschen teilen, wo sie nicht weggeschickt werden, dort ist Gott anwesend, dort geschehen Wunder, dort werden Menschen satt mit Brot, Nähe und mit Hoffnung. Dort wo wir nicht wegschauen, dort wächst Gottes Reich wie ein Senfkorn auf. Schickt sie weg – ist eine Sprache der Angst. Gebt ihnen zu essen – das ist eine Sprache der Hoffnung. Zwischen beiden Sätzen entscheidet sich, ob das Evangelium eine Geschichte von vor 2.000 Jahren ist, oder eine Lebenswirklichkeit von heute wird.

Gott helfe uns mit seiner Gnade, damit wir sie nicht wegschicken, sondern handeln… Amen.

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