Pfungen 5. Juli 2026
14. Sonntag im Jahreskreis A, Pfungen 5. Juli 2026
Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen (Mt 11,28)
Liebe Mitchristen,
Willkommen an einem Ort, wo man mit seiner Klage und Plage auftreten darf. Willkommen an einem Ort, wo man seine Sorgen, sein Leid einbringen darf und es vor den Füssen Jesus Christus ablegen darf. Es ist deswegen wichtig, dass man nicht mit leeren Händen, sondern mit Intensionen in den Gottesdienst kommt. Derzeit ist die Litanei der Sorgen und Lasten enorm. Wir beten, dass die an Krebs Erkrankten wieder geheilt werden. Wir wünschen uns, dass Frieden in der Welt herrscht, Angesichts Hass und Zerstörung, sowie Verlust von Menschenleben. Der eine sucht Arbeit, der andere hat einen lieben Menschen verloren. Wie ist es mit der Krankheit des Habenwollens oder nach den Materiellen Dingen sein Leben auszurichten und ihnen nachzulaufen, dass es uns an Tiefe und Freude fehlt?
Wir glauben oft sehr, dass wenn wir Reichtum haben, dann werden wir zufrieden sein und alle Sorgen dieser Welt werden verschwunden sein, doch das Gegenteil ist der Fall. Menschen sind seit Jahren auf der Flucht, weil bei ihnen Krieg herrscht oder Dürre oder eine andere Naturkatastrophe ihnen Heimat genommen hat. Da ist eine Frau die gerne Kinder haben möchte, doch keine kriegt und auf der anderen Seite ist eine Frau, die ihr ungewolltes Kind gerade abtreiben will. Denken wir an viele, die einsam sind, keine Freunde mehr haben und niemand nach ihnen fragt. Hier ist eine Familie, die ihren Kindern alles Mögliche innerhalb ihrer Macht stehende gegeben habt, und doch ernten sie nur Gleichgültigkeit und Undankbarkeit.
Wir treffen Jugendliche, die mit der Ausbildung fertig sind und nach ihrer Zukunft fragen. Werden die Rentner in Zukunft ihre Rente bekommen? Wie sieht es aus mit der Umwelt, welche uns anvertraut ist? Werden zukünftige Generationen noch darin leben können? Wie ist es mit Menschen, die heute keinen Zugang zu Gott haben, ihr Leben oberflächlich gestalten und vom Glauben nichts wissen wollen? All diese Sorgen und Lasten dürfen wir vor Gott bringen und er wird uns Ruhe verschaffen, so verspricht er uns.
Die Kirche bietet einen weiteren Ort, wo man Lasten und Sorgen abladen darf. Das ist der Beichtstuhl, wo man seine Fehler mit Reue abladen soll. Auch gibt es Menschen die uns zuhören, wenn wir von der Last des Lebens erzählen. Wir haben Einrichtungen geschaffen, wo man seine Last abladen kann, eine dargebotene Hand, anonyme Telefonseelsorge, wo jüngere Menschen und sonstige am Telefon beraten werden. Vielleicht redet man dadurch einem lieben Menschen seine Suizidgedanken aus, vielleicht gebe ich einem Missbrauchsopfer eine neue Perspektive. Vielleicht kann ich mit meinem kleinen Beitrag jemanden in Entwicklungsländern eine Zukunft ermöglichen. Vielleicht kann ich durch Schulausbildung als Gemeinschaft jemanden aus der Armut befreien. Vielleicht kann man für jemand die Rechnung für eine lebenswichtige Operation übernehmen und somit ein Leben, Freund und Frieden schenken.
Niemand ist ohne Talent. Niemand hat nichts. Vielleicht hast du etwas besonders, mit dem du dem anderen seine Last erleichterst. Wie wäre es in einer Welt, wo man einander hilft, einander in Liebe annimmt, das Leid des anderen mitträgt, einander in Lebensabschnitten Unterstützungen anbietet? Der Menschheit fehlt es an vielem, Frieden, Gesundheit, Bildung, Wasser, Nahrung, Leere im Leben usw. So eine Welt wäre sehr herrlich und schön! Jesus sagt uns, in ihm werden diese Lasten klein. In ihm schenkt er uns Frieden. In ihm spüren wir, was wirklich im Leben zählt. In ihm wirkt Materialismus fade, denn wir haben eine Heimat bei ihm. Denn wir sind nur Pilger hier auf Erden, denn einmal wird unser Leben zu Ende gehen und die Gemeinschaft mit ihm ist wichtig und schenkt uns Zuversicht und letztendlich das Glück in seiner Gemeinschaft zu bleiben.
Beten wir, dass wir in diesem Gottesdienst das Heil, die Freude und den Frieden durch die Teilnahme an seinem Tisch, durch das Gebet und die Fürbitte finden und dass wir besonders in der Eucharistie Zufriedenheit spüren, vielleicht Nahrung für den Sinn des Lebens finden und was darin letztlich zählt. Jesus möge unsere Sorgen und Klagen hören und schenke uns seinen Frieden… Amen.