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2. Fastensonntag im Jahreskreis A,

Pfungen 1. März 2026

2. Fastensonntag im Jahreskreis A, Pfungen, 1. März 2026

Die Berufung Abrahams und seine Sendung erinnern mich sehr an meine Kindheit und an meine Anfänge damals und insbesondere im Priesterseminar. Sie haben uns beigebracht, dass man für die Sendung, die Frohe Botschaft Gottes zu verkünden, gewisse Prozesse durchlaufen muss. Zuerst wurden die Kinder und Heranwachsenden aus ihren Familien genommen. Sie mussten damals in anderen Kantonen oder gar in anderen Ländern ihre Ausbildung absolvieren. So verliessen sie ihre Umgebung, als sie noch sehr jung waren und begaben sich in ein Knabenpriesterseminar. Sie kamen nur nach Hause, wenn es wieder Ferienzeit war. Du bist von deiner Familie und Freunden getrennt und manchem Blödsinn der Heranwachsenden musst du fernbleiben. Du wirst in die Obhut des Regens vom Priesterseminar und anderer Lehrer übergeben und um dich auf den Weg vorzubereiten, welcher vor dir liegt. Selbst wenn du in den Ferien nach Hause kommst, so unterstellst du dich der Beobachtung aller im Dorf und jeder kann etwas gegen dich schreiben und das war es dann.

Später, wenn du ein Pastoraljahr in einer Pfarrei absolvieren musst, dann nimmt dich diese Pfarrei auf wie einen eigenen Sohn, denn mit ihnen bist du im Glauben verbunden, als Bruder und Schwester in Christus. Und so sorgen sie für dich. Die Pfarreiangehörigen sind während dieser Zeit quasi deine unmittelbare Familie. Diese Geschichte Abrahams war die Geschichte, welche wir als Trost hörten. Während wir als Kinder aus der Familie ausziehen mussten, hat  Abraham dies erst im hohen Alter machen müssen. Und zwar in dem Alter, wo Menschen sich eher für ein Altersheim vorbereiten. In dem Alter ist es schwierig umzuziehen, oder Blödsinn zu machen und es besteht eigentlich gar nicht das Wagnis, in ein unbekanntes Land zu ziehen. Ab und zu treffen wir auf ältere Menschen, die es wagen, an einen neuen Ort zu ziehen oder in ein Altersheim ausserhalb ihres Ortes gehen müssen. So etwas ist meistens eine schwere Entscheidung und viele ältere Menschen machen es nicht gerne. Sie wollen im Alter noch in ihrer gewohnten Umgebung weiterleben.

Auf der anderen Seite können Menschen auf Grund von Dürre, Armut, Hungersnot, Krieg, Terror, Katastrophen oder anderen Umständen gezwungen sein, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen. Auch da ist die Entscheidung zu gehen sehr schwierig und dient nur dazu, das Leben zu retten und um eine neue Perspektive zu haben. Was wir an Abraham bewundern können, ist daher die Tiefe und das grenzenlose Vertrauen zu Gott, aufgrund seiner Freundschaft zu Gott. Bedenken wir, dass es damals nicht möglich war, eine Umzugsfirma zu engagieren, welche den Umzug übernehmen konnte. Ja selbst wohin er umziehen sollte, war ihm nicht bekannt. Er vertraut einfach auf die Worte und die Zusage Gottes. Für uns heute eine irrationale Handlung, und das in seinem Alter.

Mit Abraham sehen wir, wie wichtig es ist, auf dem Glaubensweg zu bleiben, unterwegs zu sein, an keinem festgefahrenen Ort zu verharren. Der Glaubensweg bleibt immer ein unbekanntes Terrain, wo wir nach und nach Gott und seinen Willen entdecken werden. Ein weiterer Aspekt der heutigen Lesung ist das Thema Segen sein. Abraham soll ein Segen sein, für sich und alle, die ihm begegnen werden. Kann jemand, der seine Heimat aus irgendeinem Grund verlässt, ein Segen sein für sich und alle die ihm begegnen? An sich entspricht dies nicht der Ansicht vieler Bürger/innen unseres Landes. Für viele ist der Fremde ein Kostenfaktor, ein Schmarotzer, jemand der auf Kosten unseres Sozialstaates leben will. Das erklärt, warum einige Länder in Europa mit dem Rechtsdruck drohen. Segen sein, sind ein Auftrag und eine Forderung an Abraham. Sein Verhalten, seine Handlungen, seine Taten, sollen vom Segen Gottes begleitet werden. Er soll ein Segen sein für die Menschen, die ihn aufnehmen, für alle, die ihm im guten Willen begegnen und für uns, da er ein Vorbild des Glaubens geworden ist.

Oft hören wir, dass wir Kinder Abrahams sind. Kinder, die im Glauben unterwegs sind. Kinder, die die Vergangenheit hinter sich lassen. Kinder, die sich auf Gottes tiefes Vertrauen verlassen. Kinder, die es wagen mit Gott einen neuen Anfang zu machen. In dieser Fastenzeit ist dies eine Einladung an uns, wie Abraham zu handeln. Gott schenke uns die Kraft, unterwegs im Glauben zu sein, einen neuen Anfang zu wagen und nicht zuletzt Segen für die Menschen zu werden, die uns begegnen… Amen.

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