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5. Ostersonntag im Jahreskreis A,

Pfungen 3. Mai 2026

5. Ostersonntag im Jahreskreis A, Pfungen 3. Mai 2026

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben (Jon 14,6)

Liebe Mitchristen,

in unserer modernen Welt ist es nicht mehr üblich, nach dem Weg zu fragen. Man kann heute einfach die Postleitalzahl und das Land eingeben, sowie die Strasse und den Ort, prompt führt uns der Navigator dort hin.  Zuggegeben gibt es noch manche Länder, wo dies schwierig ist, das ist der Fall, wo noch kein Strassenverzeichnis existiert und wo die Häuser nicht mit Nummern versehenen sind. Aber selbst dort kann der Navigator uns mindestens in die Nähe des Hauses führen. Danach muss man nach altem Stil nach dem exakten Haus fragen. Das Fahren und Fliegen wurde schon einfach mit dem Navigator. Vorbei sind die Zeiten, wo man um eine Reise zu machen, zuvor sämtliche Straßenkarten geholt und die Route markiert hat, wie man fahren möchte. Das setzt voraus, dass man die Karte gut lesen kann, oder einen guten Co-Pilot hat, der/die ziemlich mit dem Kartenlesen behilflich ist, ja bis man den Ort erreicht hat. Dank der technologischen Entwicklung können wir innerhalb kurzer Zeit eine Reise antreten, ohne grosse Vorbereitung.

Johannes schildert uns heute den Dialog zwischen Jesus und seinen Jüngern, besonders den fragenden Philippus. Offensichtlich gab es damals keinen Navigator zu dem Ort, wohin Jesus nach seiner Auferstehung gehen wird. An sich wollte Jesus seine Jünger damit trösten, dass er vorausgeht, um ihnen eine Heimat vorzubereiten, dann wird er alle dorthin zu sich holen. Er wollte damit sagen, dass sein Weggang sie nicht verwirren soll oder ängstigen, weil er zu seinem Vater geht. Diese einfache Frage von Philippus löste eine wichtige theologische «Ich-Sätze Jesus» aus. Zeige uns den Weg dorthin, bittet Philippus Jesus! Jesus macht ihm klar, dass er der eigentliche, einzige Weg zum Vater ist. Jesus ist das Tor zum Vater und zur Ewigkeit.

Die Bibel ist voller bildhafter und symbolischer Begriffe von Weg. Abraham war auf dem Weg nach Kanaan (Gen 11.31). Isreal war auf dem Weg ins Gelobte Land (Ex 14.29). Die Jünger Jesu befanden sich auf dem Weg nach Emmaus nach seiner Auferstehung (Lk 24,13). Wir Christen befinden uns auf dem Pilgerweg hier auf Erden. So kann man den ganzen biblischen Glauben als eine Wegreligion sehen und Philippus begreift noch nicht, wohin Jesus geht?

Heute hören wir einen der 7 «Ich bin Sätze von Jesus im Johannesevangelium und darin konkretisiert sich die   Selbst-Offenbarung Jesus und seines Vaters. So hören wir von Jesus selber sagen «Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben». Er ist der Weg und das Ziel unseres Lebens. Wer Jesus sieht und ernst nimmt, der lebt in der Wahrheit und lügt nicht. In Jesus konkretisiert sich die Liebe des Vaters in der Welt. Das Leben, von dem er da spricht ist nicht nur der leibliche Körper, sondern das höchste gesegnete Lebensprinzip, die Seele, den geheiligten Leib. Er meint die Verbundenheit mit ihm und seinem Vater durch den Heiligen Geist.

Eine weitere Bitte von Thomas, ihnen den Vater zu zeigen, löst auch eine Gegenfrage Jesus an Philippus aus. Das darf doch nicht wahr sein, so Philippus, all diese Jahre des Lebens und Wohnens mit dir, hat dir nicht klar gemacht, wer der Vater ist? «Ich und der Vater sind eins. Wer mich gesehen hat, sieht auch den Vater. Mein Handeln, Tun und meine Aussagen kommen von dem Vater. Ich bin in meinem Vater und der Vater ist in mir. Wir sind miteinander innig verbunden, dass es keinen Unterschied gibt zwischen mir und meinem Vater. Die Wahrheit führt uns auf den rechten Weg zum Vater durch den Heilgen Geist.

Vorige Woche hörten wir, wie Jesus sich als die Tür zu den Schafen bezeichnete. Heute geht er weiter mit dem Begriff Weg zum Vater. Johannes möchte, dass wir an Jesus festhalten, denn dadurch kommen wir nicht nur zu ihm, sondern zu seinem Vater, der ihn gesandt hat. Beten wir heute, dass uns Jesus den Weg zu seinem Vater zeigt und wir die Gnade haben werden, ihm auf diesem Weg zu folgen… Amen.


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