1. Home
  2. |
  3. Predigt
  4. |
  5. 6. Ostersonntag im Jahreskreis...

6. Ostersonntag im Jahreskreis A,

Pfungen 10. Mai 2026

6. Ostersonntag im Jahreskreis A, Pfungen 10. Mai 2026

Ich werde den Vater bitten, er wird euch einen Beistand geben (Jon 14. 16)

Liebe Mitchristen,

Was wir heute im Evangelium hören, ist ein Teil der Abschiedsrede Jesu, also seine letzten Worte und somit sein Testament und Vermächtnis. Die Absicht Jesus damit war, einfach seine Gemeinde und Jünger darauf vorzubereiten, auf die Zeit, wo er nicht mehr physisch hier auf Erden mit ihnen sein wird. Sie sollen sich darauf einstellen, dass sie bald alleine ihren Glaubensweg leben und gehen müssen. Jesus wollte mit seiner Abschiedsrede seine Gemeinde stärken aber auch ermahnen. Es handelt sich um die Zeit nach Ostern und vor seiner Himmelfahrt. Jesus erwähnt den Heiligen Geist, der sie nach der Zeit seines physischen Aufenthalts hier auf Erden begleiten soll. Dieser Beistand Jesus wird für immer mit ihnen sein. Dieser Heilige Geist ist der Geist der Wahrheit und wird ihnen ermöglichen, die Wahrheit überall zu verkünden, egal was dies an Konsequenzen mit sich bringen mag. Dazu wird er ihnen die Ängste nehmen vor den Menschen und selbst bei Verfolgungen die frohe Botschaft Jesu zu den Menschen verkünden.

Jesus Absicht, den Heiligen Geist zu senden basiert auf seiner Haltung seinen Jüngern gegenüber und die Gemeinde nicht als Waisen zurückzulassen. Jetzt ist seine Aufgabe als Sohn Gottes erfüllt und er macht nun Platz für eine neue Gegenwart Jesus durch den Heiligen Geist. Zwar tröstet er sich damit, dass die Zeit seiner physischen Abwesenheit nicht lange dauern wird, doch niemand weiss genau wie lange dies sein wird. Denn das Christentum wartet auf seine Parusie seit über 3000 Jahren. Der Heilige Geist wird stellvertretend für Jesus und seinem Vater wirken und zeigt damit die Verbundenheit des Vaters mit dem Sohn im Heiligen Geist. Dieser Heilige Geist wird seinen Jüngern weiterhin die Lehre erteilen, aber er wird sie an alles erinnern, was er ihnen selber als seine frohe Botschaft gelehrt hatte.

Am Muttertag können wir uns Jesus wie eine Mutter vorstellen, die sich auf einer Reise befindet und zuvor für ihre Familie kocht. Und nun gibt sie ihnen Instruktion, was jeder Einzelne tun soll und die Aufgabe, welche sie erfüllen sollen, ja, bis sie wieder zurück ist. Sie sorgt dafür, dass ihre kurze Abwesenheit die Familie nicht ins Chaos versetzt und wie sie diese Zeit unbeschadet überbrücken können. Die Hauptaussage Jesus ist, auch wenn er zu seinem Vater zurückkehrt, wird er sie nicht allein lassen. Wenn wir die erste Lesung von heute dazu nehmen, dann wird deutlich, dass es darauf ankommt, die Zugehörigkeit der Gemeinde Jesus an die Dreifaltigkeit zu erinnern und zu ermahnen, sich daran festzuhalten. Das bedeutet zunächst, dass sie an den Geboten Jesu festhalten und diese praktizieren.

Johannes der Evangelist erinnert an die Doppel-Gebote von Gottes- und Nächstenliebe. Immer wieder hören wir Johannes in seiner Botschaft sagend: «Liebt einander, wie ich euch geliebt habe» (Jon 13,34). Das ist das Aushängeschild für alle, die Nachfolger Jesu geworden sind. Johannes hat dies immer betonnt und immer wieder davon erzählt, sogar in seinem hohen Alter erinnert er seine Gemeinde, daran festzuhalten. Damit zeigt er, dass die Liebe zu sich und zu den Nächsten das Markenzeichen jeder christlichen Gemeinde ist. Daran soll man die Nachfolger Christi messen! So verstehen wir, dass man die Kirche als Mutter Kirche bezeichnet, wo sie mit Liebe sich wie eine Mutter um ihre Gemeinde sorgt und begleitet.

Die Gemeinde Jesu nach seiner Auferstehung und der nun bevorstehenden Himmelfahrt soll wissen, dass sie in der Liebe des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes verbunden sind, darum lässt Jesus sie nicht als Waisen alleine, sondern schickt ihnen den Heiligen Geist als Beistand. Johannes fordert uns heraus, unser Tun und Hadeln, ja unseren Glauben, zum Ausdruck zu bringen durch die Nächstenliebe. Möge der Heilige Geist, den Jesus uns versprach, uns die Gnade dazu schenken… Amen.


 [BO1]