27. Sonntag im Jahreskreis A,

Pfungen 4. Oktober 2026

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27. Sonntag im Jahreskreis A, Pfungen 4. Oktober 2026

Der Weinberg des Herrn der Heere ist das Haus Isreal (Jes 5,7)

Liebe Mitchristen,

Bei den heutigen Lesungen geht es um den Weinberg des Herrn. Wir leben in einer Gegend, wo Weinberge gezüchtet und Trauben zu Wein verarbeitet werden. Und so denke ich, dass die Sprache Jesus und seine Worte uns sehr bekannt sein sollten. Im Alten Testament ist es Tradition, das Bild des Weinberges zu verwenden, wie Gott es heute getan hat.

Heute hören wir von dem Prophet Jesaja das bekannteste Lied vom Weinberg. Es beginnt mit dem Liebeslied und endet mit einer heftigen Anklage. In diesem Lied geht es um einen Weinbergsbesitzer, der sich viel Mühe mit seinem Weinberg machte. Er liest die Steine aus dem Boden, baute einen Turm und eine schützende Mauer und legte eine Kelter an. Zuletzt pflanzt er die besten Reben darin, hegte und pflegte den Weinberg. Zurecht erwartete er am Ende der Season eine reiche und gute Ernte. Wir vernehmen, wie groß die Enttäuschung des Weinbergbesitzers war, denn statt süßer Trauben, erntete er nur saure Trauben!

Die Frage lautet, wer daran schuld war, der Weinbergbesitzer oder die Reben? Spätestens jetzt wissen alle, wer schuld daran war, nämlich der Weinberg selbst. Auch ist es klar, dass es um mehr geht als nur eine Missernte. Deutlich wird es uns, wer als Adressat dieser Parabel ist. Gott selbst ist der Weinbergsbesitzer und das Volk Isreal ist der Weinberg oder die Reben darin. Um Isreal hat sich Gott mit großer Liebe gesorgt, doch sie haben ihn bitter enttäuscht. Das Liebeslied, welches so schön begann, endete mit dem Ton bitterer Enttäuschung und harter Anklage. Gott erwartet zu Recht auf seine Liebe und Sorge, die er den Menschen zukommen lässt, eine Gegenliebe und ein Leben, das seine Liebe zu den Menschen widerspiegelt. Auf Grund seiner Enttäuschung beschließt er, seinen Weinberg der Zerstörung zu überlassen. Das Unheil, welches damit über den Menschen kommt, daran ist der Mensch selbst schuld und verantwortlich.

Ähnlich geht es auch im Evangelium von Matthäus um den Weinberg des Herrn.  Hier wurde der Weinberg verpachtet, nachdem der Weinbergsbesitzer diesen geschützt und mit Liebe bepflanzt hat. Gott sendet ihnen seine Propheten und zuletzt seinen eigenen Sohn, um den Ertrag zu holen. Stattdessen brachten sie alle Gesandten und sogar den Sohn Gottes um! Die Pächter, die Verantwortlichen, aber auch das Volk selbst, lieferten den Ertrag nicht ab, sondern wirtschafteten in die eigene Tasche! Das erklärt, warum sie nicht auf die Propheten und seinen Sohn gehört haben. Es waren die Gesandten und sein Sohn, die das Volk an seine Worte und den Vertrag erinnerten und auch zur Umkehr mahnten, doch es fiel auf taube Ohren. Sein Sohn war die letzte Chance, welche das Volk Israel bekommen hat.

Es stellt sich auch heute die Frage, hat Gott die Juden enterbt? Nein, denn Gott hat sogar seinen Sohn am Kreuz sterben lassen, um die Menschen zu retten und mit Gott zu versöhnen. Sind es die Christen, als die anderen Winzer, die es heute besser machen als die Juden damals und gute Früchte abliefern? Kann Gott, als Eigentümer des Weinbergs, mit den Früchten der Christen heute zufriedener sein als damals? Wie ginge es Jesu heute in unserer Welt und bei den Christen?

Die heutigen Lesungen mahnen uns und erinnern uns an die Liebe Gottes zu uns Menschen. Dazu sprechen sie uns dringend an. Auf Grund Gottes Liebe an uns, liegt es an uns, süße Trauben hervorzubringen. Nutzen wir die Chance, welche er uns heute in den Lesungen anbietet, und kehren wir um zu Gott… Amen.