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3. Ostersonntag im Jahreskreis A,

Pfungen 19. April 2026

3. Ostersonntag im Jahreskreis A, Pfungen 19. April 2026

Wunder, Psalmen und Zeugen (Apg 2, 14.22-33)

Liebe Mitchristen,

Wenn wir einen Krimi anschauen oder manche Filme wie «Anwalt der Toten», dann geht es darum, den Täter zu finden. Wir lassen die Toten zu uns sprechen und mit den vorhandenen Gegenständen, den Umständen des Todes und alles, was man vor Ort findet, sowie Befragung von Menschen die gegenwärtig waren, das soll uns dann helfen, auf die Spur der Täter zu kommen. Also brauchen wir Beweise und sie sollten eindeutig sein, dass es klar ist, wer den Tod von dem Opfer verschuldet hat. Es hilft uns nicht, wenn wir spekulieren oder unschuldige Menschen ins Gefängnis bringen, nur weil wir ein Bauchgefühl haben. Solche Beweise sollen kristallklar sein und so erdrückend, dass keine Zweifel an der Täterschaft aufkommen.

Heute in der Apostelgeschichte und in der ersten Lesung hören wir Petrus im Namen der Apostel sprechen. Er spricht mutig über den Tod und die Auferstehung Jesu. Zuerst begründet er die Beglaubigung Jesus durch seinen Vater mit folgendem Hinweis. Sie alle haben erlebt und erfahren, wie Jesus gelehrt hat, die grosse frohe Botschaft verkündet hat und vor allem, wie er grosse Wunder getan hat. Diese Wunder und Heilungen durch ihn, sind alles Zeichen seiner Verbundenheit mit Gott. Nur wer mit Gott verbunden ist, kann solche Taten vollbringen. Petrus muss heute nicht diese Wunder aufzählen, denn sie alle haben dies selber miterlebt. Er argumentiert, dass dies ein Beweis der Zustimmung Gottes gegenüber Jesus ist. Schon der Begriff Beglaubigung ist ein Begriff der uns vom Rechtswesen her bekannt ist. Oft reichen unsere Zertifikate nicht, es muss beglaubigt werden, dass sie original und echt sind und nicht KI generiert. Für Petrus ist Gott der Notar und beglaubigt das Wirken Jesus durch die Wunder, welche er getan hat.

Als einen weiteren Beweis zitiert Petrus den Psalm 16 «Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge / auch mein Leib wird in Hoffnung wohnen; / denn du gibst meine Seele nicht der Unterwelt preis / noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen». Petrus argumentiert, dass dies nicht dem König David gelten kann, denn er selber ist verstorben und verwest. Für Petrus muss dies für Jesus gelten und es ist ein Hinweis auf seine Auferstehung. Die Auferstehung ist somit ein Beweis des weiteren Handeln Gottes an Jesus und die Verbundenheit mit ihm.

Zuletzt legt Petrus den letzten Beweis vor, nämlich das Zeugnis der Jünger Jesus.   Am Samstag hatten wir intensiv einen Tag für die Firmlinge und ich fragte sie, was denn der Sinn als primäre Aufgabe der Firmung ist? Es ist das Zeugnis und Engagement in der Kirche. Man ist nun Erwachsen in dieser Gemeinschaft, dass man Botschafter/in des Evangeliums geworden ist. So bemüht sich manche Pfarrei, die Firmlinge in die verschiedenen religiösen Gruppierungen einer Pfarrei einzuführen, damit sie dort ihren Glauben weiter pflegen können, aber auch Kraft schöpfen und Zeugnis in der Welt abgeben durch ihr Leben. So verstehen wir uns mit Petrus, wenn er sich selber und die restlichen Apostel als Zeugen des Lebens und Wirkens Jesus sieht. Vor allem spricht er, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat. Das kann nur Gott sein, der dies ermöglicht hat. Nicht nur erzählen die Apostel davon, nein auch sie haben seine Auferstehung miterlebt und er ist ihnen schon einige Male erschienen. Für die Apostel ist es kein Geschwätz, kein Hörensagen, nein, sie haben es erlebt und können Zeugnis davon abgeben.

Heute schenieren sich die Christen, sich überhaupt vor den Menschen zu bekennen, dass sie Christen sind. Heute wollen wir viele religiöse Zeichen von unserer Umgebung verschwinden lassen oder an Missionsländer abgeben. Heute entfernen wir das Kreuz aus den Klassenräumen, damit es die Gefühle des anderen nicht verletzt. Heute machen wir kaum ein Kreuzzeichen im Restaurant, damit die anderen nicht mitbekommen, dass wir Christen sind. Heute beschäftigen sich die Christen mit sich selbst, mit Ansehen und Ämtern und weniger um das Zeugnis der frohen Botschaft Christi bei uns und in der Welt. Petrus hingegen riskiert sein Leben mit seinem vollmundigen Zeugnis des Todes und der Auferstehung Christi.

Beten wir für die Kraft und den Mut, überall dort Zeugnis von Gott und seiner Liebe abzugeben, wo wir leben und wirken. Seien wir wieder Botschafter/innen des Evangeliums und der Liebe Gottes an uns Menschen… Amen.


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