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2. Ostersonntag im Jahreskreis A,

Pfungen 12. April 2026

2. Ostersonntag im Jahreskreis A, Pfungen 12. April 2026

Wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht (Jon 20.25).

Liebe Mitchristen,

Thomas kann die Wunden Jesu berühren und so Jesus erkennen und verstehen. Erst dann konnte er glauben und bekennen: «Mein Herr und mein Gott». Leider können wir Jesus heute nicht berühren und können unsere Hände nicht in seine Seite legen. Aber vielleicht kommen wir in Berührung mit ihm, wenn wir mit den Geheimnissen des Lebens in Berührung kommen, etwa bei der Geburt eines Kindes. Bei Hochzeiten sind die Eltern oft sehr berührt, dass sie weinen. Sie erinnern sich, wie das kleine Mädchen nun zu einer erwachsenen Frau herangewaschen ist und nun eine neue Familie gründen wird. Selbst beim Tod eines lieben Menschen, wird uns plötzlich bewusst, die Stationen des Lebens, die wir mit ihm gegangen sind und die Spuren, welche diese Beziehung hinterlassen haben. Dazu die Tatsachen, dass diese Stimme, dieses Lächeln, für immer verstummt ist. Das berührt uns so sehr, dass wir weinen.

Es gibt wieder andere Augenblicke, in denen wir haarscharf durch einen Autounfall oder andere bedrohliche Umstände ums Leben gekommen wären, hätten wir nicht tausende Schutzengel an unserer Seite gehabt. Wir sind berührt, auch wenn wir Menschen begegnen, die die niedrigsten Umstände ihres Lebens bewältigt haben. Solch eine Begegnung kann so eindrücklich wirken und uns so berühren, dass dies durchaus für unser weiteres Leben prägend wird. Menschen die in Unterdrückung lebten, aber die Hoffnung nicht aufgaben. Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt und ermordet werden und ihre Kinder geraten nicht in Rachegefühl und Vergeltung, sondern überlassen alles Gott! Eigentlich immer dann, wenn wir von einer Macht berührt werden, die über unsere Machtmöglichkeit hinausgeht. Also wenn wir in Berührung mit den Geheimnissen des Lebens kommen, wenn wir Gott nennen, verändert sich unser Leben.

Heute können wir Jesus nicht berühren wie die Apostel, wie Thomas, wie seine Zeitgenossen das konnten. Aber wir haben die Worte Jesu, seine frohe Botschaft, sein Leiden und Tod und somit seine Auferstehung. All das sind Berührungspunkte des Glaubens. Selbst die lange Liturgie des Karsamstags, voller Symbole und Zeichen, kann den Glauben stärken. Es kann das Innere des Menschen so berühren, dass der Mensch sich entschliesst, diese Liebe Gottes und seine Botschaft an Menschen weiterzugeben, die noch nie davon gehört haben, also zur Missionsarbeit führen. Darin erkennen sie, wie nahe Gott uns sein kann: «Selig die nicht sehen und doch glauben». Es gibt eine Sendung in Deutschland «Voice of Kids», da werden Singtalente von Kindern manchmal so schön herausgestellt, dass man nur so berührt ist und Gott danken möchte, für so ein Talent. Dabei möchten wir beten, dieses Kind möge mit seinem Talent die Menschen in seinem Leben verzaubern.

Lasst uns heute nicht vergessen, dass es auch manche negativen Berührungen gibt, die uns nicht guttun, weil sie uns unangenehm vorkommen, uns zu nahe sind, wie eine zu schnelle Aufnahme körperlichen Kontakts mit uns, auf eine Berührung, die mit Gewalt verbunden ist. Auch Kleinkinder zeigen uns, dass es oft nicht reicht, sich nur auf das Sehen zu verlassen, darum betasten sie alles mit den Fingern und stecken es in den Mund, um diesen Gegenstand oder auch Menschen besser zu begreifen. Heute danken wir Menschen wie Thomas, die durch ihre Berührung an Jesus alle ihre Glaubenszweifel ablegen können. Gleichzeitig beten wir für uns selber, und alle die diese Gelegenheit wie der Apostel Thomas nicht haben und doch durch die Sakramente, die Gemeinschaft und die frohe Botschaft Christi so berührt werden, dass es zu wichtigen Schritten des Glaubens führt. Beten wir für alle, die uns im Glauben durch ihre Haltung und Engagement so berührt haben, dass wir wie Thomas zum Bekenntnis kommen und sagen «Mein Herr und mein Gott»… Amen.


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