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18. Sonntag im Jahreskreis C,

Pfungen 3. August 2025

18. Sonntag im Jahreskreis C, Pfungen 3. August 2025

Du Narr…wem wird all das gehören, was du angehäuft hast (Lk 12,20)?

Liebe Mitchristen,

Neuerlich schaute ich ein Video, in dem viele fürchterliche Unfälle durch Leichtsinn passiert sind, die Betroffenen aber glimpflich davongekommen sind. Um solche Unfälle vorzubeugen und sein Leben zu sichern, schlägt jemand vor, sich nur zu Hause aufzuhalten, damit man solchen Unfällen nicht ausgesetzt wäre. Dies kann bestimmt keine gute Lösung sein, zumal man das Leben nie zu hundert Prozent sichern kann.

Zu Beginn des heutigen Lukasevangeliums hören wir von dem Erbstreit zwischen zwei Brüdern und wie Jesus angefragt wurde, hier zu schlichten, was er aber abgelehnt hat. Genug zu erwähnen, dass es eine gängige Praxis war, bei einem Erbstreit damals einen Rabbiner einzubeziehen.

Nun zu dem Hauptteil der Erzählung Jesu. Dieser Kornbauer hat einen Bombenertrag bekommen und es handelt sich hier um einen Reichtum, welchen er redlich erworben hat. Nun plant er, wie er diesem Reichtum gerecht werden und seine Zukunft sichern kann. Das ist an sich klug, verantwortlich und realitätsnahe. Jeder Unternehmer heute würde genauso wie er handeln und möchte seinen Profit maximieren! Nur seine Selbstgespräche geben Einblick in die Seele des Kornbauers. «Dann werde ich zu meiner Seele sagen: Seele, nun hast du einen grossen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruhe dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens!» (Vgl Lk 12, 19).

Selbstgespräche lassen tief blicken, denn selten kommt unser Innenleben so ungeschminkt zum Vorschein wie in ihnen. Aus diesen inneren Gesprächen merken wir, wie der Kornbauer versucht hat, seinen materiellen Besitz mit seinen Seelen zu verwechseln und meint, damit kann er die innere Ruhe und Gelassenheit, seine äussere und innere Seele, befriedigen. Weiterhin verwechselt er das Leben mit dem Lebensmittel, das Haben mit dem Sein, die Wertgegenstände seines Besitzes mit dem Wert seines Lebens selbst. So greift Gott hier ein und nennt ihn «Narr», weil er völlig vergessen hat, dass er nicht als Letzter verantwortlich für sein Leben ist. Er vergisst auch, dass das letzte Hemd, wie man sagt, letztendlich keine Taschen hat.

Es stellt sich die Frage, was letztendlich im Leben eigentlich zählt? Persönlich bin ich immer erschrocken, wie es im Todesfall vor sich geht. Es ist eine Tatsache, dass Besitz, Titel oder Status im Sterben keine grosse Bedeutung mehr hat. Erstaunlich wie Dinge, welche für den modernen Menschen heute wichtig sind, ihre Bedeutung verlieren, sobald sich der Menschen auf seinem Weg zurück zu seinem Schöpfer befindet. Handys, Computer, Häuser, Autos, die gefüllten Konten bei der Bank, sogar die Familie und Freunde müssen wir alle zurücklassen. Ein anderer wird über diese Dinge bestimmen und benutzen. Paulo Coelho zitiert in seinem Buch «Sei wie ein Fluss der still die Nacht durchströmt» (2006) seinen Freund Jamie Cohen. Dieser stellt die Frage, «Was ist eigentlich an den Menschen witzig» und seine Antwort lautet: «Sie denken immer verkehrt herum: Sie wollen schnell erwachsen werden und sehnen sich später nach der verlorenen Kindheit. Um Geld zu verdienen setzen sie ihre Gesundheit aufs Spiel und geben später viel Geld aus, um wieder gesund zu werden. Sie denken so sehr an die Zukunft, dass sie die Gegenwärt vernachlässigen. Und am Ende erleben sie weder die Gegenwart noch die Zukunft. Sie leben so, als würden sie nie sterben und sterben als hätten sie nie gelebt». (Vgl. Zitat nach Eugen Drewermann, ebd., 42.).

Die heutige Lesung fordert uns auf, zwar klug mit den materiellen Dingen, welche uns geschenkt sind, umzugehen, gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, die Seelen mit der spirituellen Nahrung zu bereichern. Dazu unsere Schätze nicht in vergängliche Dinge zu investieren, sondern droben im Himmel zu setzen, wo der Tod nicht unerwartet zuschlägt. Wir beten oft, Gott begleite uns in den letzten Momenten unseres Lebens… Amen.