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12. Sonntag im Jahreskreis A,

Pfungen 21. Juni 2026

12. Sonntag im Jahreskreis A, Pfungen 21. Juni 2026

Singt dem Herrn… denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter (Jer 20, 13)

Liebe Mitchristen,

Menschen die sich für Versöhnung, für die Würde aller Menschen, für Gerechtigkeit und Menschlichkeit einsetzen, ernten Widerstand. Solche Menschen werden als Verräter bezeichnet, weil sie sich für die Armen oder Flüchtlinge engagieren. In unserem Nachbarland Deutschland werden Politiker bedroht, wenn sie sich deutlich kritisch äusseren, wenn es sich um Menschen handelt, die aus anderen Kulturkreisen zu uns kommen. Sobald sie sich für Ausgleich und Wertschätzung für alle einsetzen oder Bücher gegen Rechtsradikalismus veröffentlichen, dann werden sie beleidigt und als Staatsfeind Nummer eins bezeichnet. Es gibt fast in ganz Europa Parteien, die auf dem Rücken der Ausländer Profit schlagen und zunehmend Zulauf finden. So ist die Wirklichkeit unserer Zeit! Wenn sich die Machtinteressen unversöhnlich gegenüberstehen, wenn Gewalt und Rachegefühle und Schwarz-Weiss-Denken, sowie eine Vielzahl von komischen extremen Ideologien auf einander prallen, dann ist so eine Gesellschaft in sich gespalten.

In der ersten Lesung haben wir von dem Propheten Jeremiah gehört. Wir bekommen einen Anblick aus dem Leben eines Propheten, der laut und deutlich gegen die Umstände im Land kritisiert. Jeremiah lebte im 6. Jahrhundert vor Christus und wurde schon im Mutterleib zum Prophetenamt berufen. Er richtet seine Botschaft an die Oberschicht des Landes und an den König, doch beide nehmen ihn nicht ernst. Er klagt die sozialen Missstände seiner Zeit an und verkündet stark das Wort Gottes. Um sein Redevorbot zu umgehen, diktiert er seinem Schüler Baruch seine scharfe Kritik an der Oberschicht und des Königs. Seine Hartnäckigkeit führt dazu, dass er nach Ägypten flüchten musste, wo er später im Exil sogar von seinen eigenen Landsleuten gesteinigt wurde.

In der heutigen Lesung bekommen wir einen Anblick wie es im inneren eines Propheten aussieht. Jeremia fühlte sich angesichts von Exil und enormen Anfeindungen einsam, denn nicht nur wurde er von seinen Feinden verfolgt, auch seine eigene Familie kritisierte ihn stark! Da er schon im Mutterleib zum Prophetenamt berufen war und er nicht aufhören kann, die Botschaft Gottes zu verkünden, fühlte er sich wie ein Gefangener, der unter Zwang steht, von Gott zu reden. Nur Gott kann ihn retten und ihm Zuversicht geben, so trägt er seine Verzweiflung und Sorgen vor Gott hin. Erstaunlich, dass er in solchen Momenten noch Vertrauen in Gott behält, denn er weiss um die Gerechtigkeit Gottes und hofft auf Gottes Hilfe. Erstaunlich, dass er nicht aufgibt und seinen Glauben und das Vertrauen in Gott nicht über Bord wirft.

Das Vertrauen in Gott wird in den Sätzen des heutigen Evangeliums deutlich verkündet. Wir erfahren Gottes Treue und Güte, denn er spricht uns in diesem Moment zuversichtlich an. «Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können (Mt 10,28).» «Ihr seid mehr wert als die Spatzen» (Mt 10, 28ff). In Momenten wo prophetische Menschen wie ein Dorn im Auge der Menschen sind, wo sie allen Anfeindungen ausgesetzt sind, weil sie für ein Zusammenleben mit allen sind, für die gleiche Behandlung aller Menschen oder sie als Stimmen der Armen auftreten, wird ihnen das gleiche Schicksal wie dem Propheten Jeremia zuteilwerden. Doch Gott tröstet solche Menschen mit der Zuversicht, dass er sie nicht allein lässt. Selbst wenn sie körperlichen Qualen ausgesetzt werden, sollen sie Gott weiterhin vertrauen, weil sie nicht den Leib und die Seele töten können. Sie sollen das Kreuz eines Propheten tragen, wie Jesus es getragen hat und ebenfalls Anfeindungen wegen seiner Botschaft und Handlung erleben musste.

Heute hören wir, was es heisst, Christus nachzufolgen. Jeremia zeigt uns, dass Gott kein Lippenbekenntnis von uns will, sondern ein klares Bekenntnis zu Gott. Beten wir, dass Gott uns heute wie Jeremia beisteht, wenn wir an dem schweren Kreuz zu stürzen drohen… Amen.


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