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10. Sonntag im Jahreskreis A,

Pfungen 7. Juni 2026

10. Sonntag im Jahreskreis A, Pfungen, 7. Juni 2026

Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten (Mt 9,13)

Liebe Mitchristen,

Es lebte in einem Dorf ein Krimineller, der sich von nichts abschrecken liess. Mord, schwerer Raub, Drogengeschäfte oder Waffengeschäfte waren in seiner Hand zu finden. In all diesen Jahren haben die Polizisten und die Regierung versucht, ihn festzunageln, doch war er schlau und liesst sich nicht erwischen. Mit 60 Jahren beschloss er, sich in Rente zu begeben und seinen Lebensabend mit anständigem Geschäft, wie Getränke zu verkaufen und Transportmittel auf die Strasse zu setzen, zu verbringen. Seine luxuriösen Autos und Geschäfte, wussten alle, dass sie aus seiner kriminellen Vergangenheit stammen, doch sehen die Leute auch, dass er sehr gut lebt und sehr spendabel ist. Oft spendet er Menschen, die ihm nahe kommen Getränke! Für manche war es ein Dilemma, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Auch entstand unter dem Volk die Frage, ob es sich lohnt, dem Gesetz brav und treu zu bleiben, oder Reichtum durch Kriminalität zu erlangen, aber gut leben und geniessen, was man sich erarbeitet hat? Es war schwierig, seine Gesellschaft zu meiden, während jene, die ihm nahekommen, seinen Reichtum mitgeniessen können. Das Dorf teilte sich in zweierlei Gruppen, die braven gesetzestreuen Bürger und die anderen, die einen kriminellen Umgang pflegten.

In dem heutigen Evangelium hören wir die Auseinandersetzung zwischen Jesus und den Pharisäern. Dieser Konflikt entzündet sich im Umgang mit den Sündern. Weiter handelt es sich um die religiöse Vorstellung von Reinheit und Unreinheit. Für die Pharisäer bedeutet eine religiöse Reinheit auch, dass man sich von den Sündern und allen Menschen die unrein sind, fernhalten soll. Die Reinheit muss gegen die Sünde verteidigt werden. So muss man die Sünder von den Reinen aussondern, damit man nicht von ihnen befleckt oder angesteckt wird. Die Pharisäer glauben mit diesen Massnahmen, das strikte Trennen, können die Sünder animiert werden, sich wieder zur Reinheit zu wenden.

Erinnern wir uns an meine Geschichte am Anfang dieser Predigt? Ein Mahl zu halten, bedeutet auch eine Gemeinschaft zu bilden! Es ist auch heute nicht irrelevant wer bei uns ein- und ausgeht. Es ist uns Menschen nicht egal, wer bei uns an den Esstisch sitzt, denn ein englisches Sprichwort sagt: birds of the same feather, floch together – gleiche Vögel setzen sich zusammen, oder: Gleich und gleich gesellt sich gern. Sag mir mit wem du dich triffst, dann sage ich dir wer du bist! Die Geschichte der Menschheit aus der Vergangenheit zeigt, dass auch wenn man unvorbereitet und ungeschult mit Drogenabhängigen oder Prostituierten umgeht, könnte selber eins von ihnen werden. Wer sich in den Dreck begibt wird selber dreckig!

Jesus hat jedoch eine andere Vorstellung. Er geht davon aus, dass sie durch das Mahl halten mit ihm, von der Güte und Barmherzigkeit Gottes berührt werden und so zu besseren Menschen werden. Gott hat die Sünde und den Tod besiegt in Jesus Christus und so hat Leben, Heil und Rettung Vorrang. Für die Pharisäer ist Gott wie ein Kampfrichter, der beurteilt, wie sehr die Menschen religiöse Vorschriften beachten; und der sie dann entsprechend ihrer Leistung belohnt oder bestraft. Für Jesus hingegen ist Gott wie ein Arzt, der alle gesund machen möchte. Der nicht zuerst danach fragt, welche Leistung sie mitbringen, sondern schaut, wer seine Hilfe benötigt. Jesus hat auch die Vorschriften und Normen verletzt, solange es um die Rettung und Heilung der Kranken und Sünder ging. Wer wie die Pharisäer denkt und handelt, wird der Gefahr ausgesetzt, auch die Sünder auszugrenzen und sie gering zu achten. Wer jedoch wie Jesus denkt und handelt, wird solchen Menschen menschlich, freundlich, human und barmherzig entgegen treten.

Bitten wir heute, dass Gott uns hilft, im Umgang mit Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, am Rande der Gesellschaft leben, Sünder und arme Menschen sind, die Würde der Menschen nicht absprechen oder ihnen Hass entgegen bringen. Gott will die Heilung aller Menschen, weil auch sie das Abbild Gottes in sich tragen… Amen.


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